„Einmal kommt der Tag, an dem man Hochzeit macht im Holsteinland.“ heißt es in einem schönen Schunkelsong. Bei der „Villa Waldhoe Partygemeinschaft“ wurde das bis zum Jahre 2015 immer klein geschrieben. Aber der Bauer fand auch ohne RTL eine Frau, die er auch noch ehelichen wollte. Verrückt, aber wo die Liebe hinfällt! 😉 Da dieses allerdings ein Happening der Extraklasse werden sollte und natürlich auch die Prämiere in unserer Truppe, musste ein Exempel statuiert werden. Nach vielem hin und her kamen wir zu dem Schluss: Der Bauer muss ne Treckertour durch das schöne Angeln machen. Aber wie?!? Ein Anhäger zum mitfahren mit einem Dach. Ja, das war der Ansatz. Also schlossen sich die Männer in einer Scheune in Kiusballig ein, um ein Dach auf einen Anhänger zu bauen…
Diese Gruppe besteht fast nur aus Handwerkern. Zimmermänner, KFZettis, Maurer, Elektriker, Bootsbauer, Wasserwerker und Küchenverkäufer… Das war ein Gespann! Es fing relativ harmlos mit einem Konstrukt aus Dachlatten an auf das man ein Dach bauen kann. Jenes sollte auf einen landwirtschaftlichen Anhänger, wie ihn jeder kennt, draufgebaut werden. Da hatte noch jemand OSB Platten, die über waren, und Ratzfatz wurden aus den Dachlattengerüsten Fertigwände. Das Dach wurde dann auch mit OSB Platten dicht gemacht. Eigentlich wären wir jetzt fertig gewesen. Wenn man aber schon dabei ist, Bier trinkt, Blödsinn sabbelt und eins zum anderen kommt, hörte man öfter so Dinge wie: „Ich hab da noch…“ oder „Das wär geil…“ Der feuchte Traum angeschickerter Männer wuchs und wuchs und wuchs… Und zack hatte der Kasten nicht nur ne fette Anlage, schicke Bänke mit Polstern, einem Tresen mit Teakdeck, dicker Beleuchtung, Bar an der Decke… Nee, der Kasten bekam ein Blechdach, mit Regenrinne und Speier… Weil mehr dicht, ist mehr gut. Das ganze Spektakel zog sich so ca. eine Woche hin. War schwer das Ding zu verstecken, denn der Bauer hatte auch Zugang zu der Halle. Aber unser Gastgeber hat sehr gut mitgemacht und konnte so die frühe Entdeckung abwenden. Durch Arne und seine Schmiede sowie Tjerk und seine Luftgekühlten als Sponsor, bekam der Kasten, der mittlerweile Rot lackiert wurde weil Rot gerade da war und zu Arne´s 508 passte, auch noch super geile maßgefertigte Planen verpasst! Das ist sowas von Dekadent!
Noch schnell ne alte Bodentreppe angespaxt und der Junggesellenabschied für den Landwirt konnte starten.
Der Tag war ein JGA wie im Bilderbuch. Mit viel Schnaps, einer kurzen Zwangspause für den Junggesellen und jeder Menge tollen Momenten! Bei der Aftershow soll es auch Leute gegeben haben, die schon mal die Schlaftauglichkeit des Kastens getestet haben. Wir stellten den Kasten noch ein wenig auf der Hochzeit aus, Bjarne schrieb eine sehr tolle Geschichte über den Bau und die JGAgevollgschaft. Ich hoffe, wir können sie Euch nochmal kredenzen.
Irgendwann ist auch das schönste Bilderbuchfest vorbei, die Kiste musste vom Anhänger und so landete sie erstmal in der Ecke. Wir beschlossen, dass der Kasten weiterleben muss und uns auf dem Hurricane Festival, wo es bekanntlich immer Schietwetter gibt, das WE retten soll. Kurzerhand wurde das Ding auf einen Autotrailer gestapelt, festgetüttert und die ca. 250 Kilometer bis hinter Hamburg geschleift. Natürlich hatten wir auch Regen in Scheeßel. Aber das war das erste Jahr, wo wir trotz ein büschen Wetter uns gepflegt einen hinter die Binde kippen konnten ohne Schwimmhäute zu kriegen. Wir waren nicht lange alleine in der Kiste. Leute die vorbei kamen, kehrten ein, sangen und tranken mit uns und auf einmal war die Kiste voll. Also richtig voll! Aber kommod! Noch auf dem Hurricane wurde über eine Lösung für unser unmobiles Vereinsheim bei Schnaps und Bier philosophiert. Die Lösung war so einfach wie genial: Wir spaxen die Kiste auf einen Trailer!

Wir begruben das Niveau… 
… auf dem Hurricane 2015 
Schöne Aussicht 
Der Arschbackenzusammenkneifmoment. Bereit zum Hub! 
in progress…
Wieder Zuhause angekommen wurde auch bald ein passendes Fahrgestell gefunden. Einen Bootstrailer wo die Kiste sehr gut drauf passte. Auch dieses Teil wurde wieder bei Bier und Schnaps zur Hochzeit zwischen Fahrgestell und Kiste vorbereitet. Ich glaube, weiss es jedoch nicht genau, bei dieser Geschichte bekam der „Red Dragon“ durch die Farbe und den Speier, seinen Namen. Ab jetzt hielt uns nichts mehr auf, unsere rollende Theke überall mit hin zu nehmen. Dreißigste Geburtstage, Koppelrennen, Junggesellenabschiede, Festivals… einfach überall!!! Und immer wird bei lauter Musik gelacht, gesoffen, gegrillt und Spaß gehabt.

Kleine Verjüngungskur in 2019
Ab und an muss ja auch mal wieder Investiert werden. Es zeigte sich auch die ein oder andere Schwachstelle z.B. die Sitzbänke. Die waren locker und hingen durch. Ja, der Dragon hat schon viele Ärsche auf sich sitzen gehabt, scheint damit aber sehr gut klar zu kommen. Der ganze Fehler war, dass die Schrauben der Streben, die die Bänke von unten halten, die Löcher in der OSB Platte größer gejackelt haben. Einmal Schrauben umsetzen und gut.
Einen Wunsch meinerseits war ein Doppel DIN Radio zu verbauen. Die alte Radiokiste hatte es irgendwie hinter sich und das Radio war mit Kabelbindern eingebaut. Jetzt prangt ein cooles DVD Radio mit Bluetooth und dem ganzen Firlefanz gut sichtbar in einer maßgefertigten Schaltzentrale.

Schnell mal geplant und verabschiedet 
Neue Kommandozentrale
Dringend erforderlich war auch der Umbau der Batterien und der Kabellage. Da ist beim bauen irgendwas aus dem Ruder gelaufen! Die Batterien wurden lose unter die Sitzbank gestellt und die Kabel waren im Fußbereich ungeschützt. Die Lösung ist eine schöne, wasserdichte Kiste an der Front des Dragons. Gut zugänglich und übersichtlich. Er bekommt noch ein fest eingebautes Ladegerät und eine Außensteckdose für die Stromeinspeisung.


Ganz nebenbei: Ich liebe Spielkram! Und was gibt es besseres als Spielkram im Spielkram? Darauf hin hab ich da schnell mal den Kronkorkenbunker reingefriemelt. Der muss voll!

Warum man Stunden und Geld in diesen Anhänger versenkt? In der Freizeit soll man seine kostbare Zeit nutzen, um schöne Dinge zu tun. Und schöne Dinge sind für uns basteln, saufen, klug schnacken, Blödsinn sabbeln und einfach mit der Wahlfamilie eine schöne Zeit verbringen. In dem Ding sitzt man so zusammen, wie sonst kaum irgendwo. Die Luft zum schneiden, ein Gemisch aus Hochprozentigem und Zigarettenqualm… warm und meist auch klebrig! Der Eigengeruch der sich bei Sonneneinstrahlung in diesem Freizeitheim ausbreitet ist sagenhaft. Ihr solltet es erleben!!! Wir lieben es!




